Frauen 2. Bundesliga - Saison 2017/2018

Hinten von links: Trainerin Kerstin Zimmermann, Monika Odrowska, Annika Luckert, Caren Hammer, Tabea Bauer, Vanessa Nagler, Lisa Fleischer. Mitte: Trainer Jürgen Krause, Torwarttrainer Hartmut Hammer, Sinah Hagen, Bianca Grigore, Louisa De Bellis, Lea Gruber, Tünde Nagy, Maskottchen Roli. Vorne: Luisa Castro, Chiara Baur, Sina Stumpp, Simona Nikolovska, Hanna Hojczyk, Sandra Staiger.

Es geht nicht um Waiblingen oder Korb, es geht um die Mannschaft

Jürgen Krause, der Trainer, ist immer noch „mehr als stolz auf meine Mannschaft“. Die Mannschaft, die in den Farben blau und gelb die dritte Liga gerockt hat und sich ebenso souverän wie auch – vor allem in den Partien gegen die heißesten Mitbewerber – überzeugend die Meisterschaft geholt hat. Und das unter Rahmenbedingungen, „bei denen sich viele andere Mannschaften hätten hängen lassen“. Krause spricht damit die Tatsache an, dass die Spielerinnen auf Grund äußerer Umstände seit Dezember nicht wussten, in welcher Klasse und in welcher Mannschaft sie ihre Karrieren würden fortsetzen können.

„Wir waren mit Abstand die stärkste Mannschaft, das musst du erst mal schaffen, in dieser Ungewissheit“, blickt Krause noch einmal zurück. Dass mit der Frauen-Spielgemeinschaft (FSG) Waiblingen/Korb für sechs Korber Spielerinnen die Möglichkeit geschaffen wurde, die Meisterschafts-Früchte in Form des Zweit-Liga-Aufstiegs zu ernten, „haben sie mehr als verdient“. Krause selbst ist ebenfalls zur FSG gewechselt. Mit den besten Erinnerungen an die vorhergehende Station. „Mir hat es in Korb saumäßig gut gefallen. Das Umfeld im SC hat uns die Möglichkeit gegeben, so souverän zu sein, dass wir aufgestiegen sind.“ Wobei Krause ausdrücklich auch die anderen Mannschaften der Abteilung ins Kompliment miteinbezieht, die zum Beispiel durch den Verzicht auf Hallenkapazitäten den Erfolg der Frauen mit ermöglicht hätten.

Jetzt indes geht Krauses Blick nach vorne. Der Trainer findet sich in einem Team wieder, zu dem mit der letztjährigen VfL-Trainerin Kerstin Zimmermann eine gleichberechtigte Kollegin ebenso gehört wie Torwart-Trainer Hartmut Hammer, der Wegbegleiter auch schon zu Korber Zeiten war. Die Konstellation mit der Doppelspitze und dem Torwart-Trainer-Fuchs, in Handball-Kreisen gelegentlich angezweifelt, beurteilt Jürgen Krause mit einer Inbrunst, die keinen Widerspruch erlaubt: „Das läuft richtig toll.“ Und damit gibt Krause, wie zum Beweis für die Aufgabenteilung, die Frage nach der sportlichen Vorbereitung und den Saisonzielen gleich mal an die Kollegin Kerstin weiter.

Bevor Zimmermann indes ans Eingemachte geht, möchte auch sie eine grundsätzliche Bemerkung loswerden: „Die Spielerinnen aus Korb bringen in ihrer Unbeschwertheit viel frischen Wind mit.“ Mit der Folge, dass den Beteiligten auch fünf Trainingseinheiten pro Woche nicht zuviel werden und ein Mannschaftsklima entstanden ist, in dem sich die vielen unterschiedlichen Charaktere frei entfalten können.

Was in einem solchen Klima reifen kann, war schon in den Vorbereitungsspielen, auch und gerade gegen höherklassige Mannschaften wie Nellingen und Göppingen, zu erkennen. „Das waren durchweg positive Spiele“, urteilt Zimmermann. Kein Grund indes war das, in der Trainingsintensität oder bei den Inhalten nachzulassen. Auf den „konditionellen Bereich“ legten Trainerin und Trainer in der Vorbereitung ebenso viel Wert wie auf die Erarbeitung der Spielkonzeptionen. Wie letztere aussehen, da will sich Kerstin Zimmermann nicht in die Karten schauen lassen. Nur soviel: „Wir werden das Beste aus Korb und aus Waiblingen übernehmen.“

Zum Vorteil Korb gehört nach Zimmermanns Beobachtung auch die „Fan-Base, da muss Waiblingen noch dran
arbeiten“. Am Besten, wenn aus den beiden Lagern eines werde. „Es geht nicht um Waiblingen oder Korb, es geht um das Team.“ Ein erster Schritt in diese Richtung war das von Kerstin Zimmermann angeregte öffentliche Training
in der Ballspielhalle, das als glatter Erfolg durchgeht.

Auch mindestens drei ihrer Heimspiele in der Zweiten Liga wird die FSG in der Korber Ballspielhalle bestreiten. Eine Saison, die die meisten Spielerinnen und das Trainer-Team so noch nicht kennen. Die Spiele werden bundesweit ausgetragen, angesichts der 28 Spieltage ist so gut wie jedes Wochenende verplant. Pokalspiele kommen schließlich auch noch dazu.

Was am Ende unterm Strich stehen soll, will Kerstin Zimmermann nicht an einem Tabellenplatz festmachen, sondern an der Absichtserklärung, „nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben“. Nachdem Celle zurückgezogen hat, müssen zwei weitere Mannschaften nach Saisonende eins runter, die FSG will einen möglichst großen Abstand zu diesen Plätzen schaffen. Gelingt das, gäbe es auch fürs nächste Saison-Ende schon mal einen Grund zum Feiern. Wobei es sicher nicht der einzige sein dürfte, so wie die Korber ihre Mädels kennen – und die anderen vermutlich noch kennenlernen werden.

 

Mehr Infos auf der Tigers Website:

www.waiblingen-tigers.de


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