Fotobox 2018

Hüttenfescht 10.02.2018

Hüttenfescht 2018 – der Aufbau

Hüttenfescht 2018 – der Aufbau Wenn du genau hinsiehst und -hörst: Jede Wette, dass da einige mitmischen, die jährlich-morgens am Faschingssamstag nicht aufbauen, um abends zu festen. Sie rufen viel mehr das abendliche Fest aus, damit sie morgens aufbauen dürfen. Und also begegnet dir dieser Aufbau wie eine Leistungsschau. Eine für feinste Handwerkskunst, unbegrenzte Kreativität, selbstverständliches Improvisationsvermögen und immer wieder erstaunliche Sprachfertigkeit, die inhaltlich des öfteren voll ins Philosophische lappt.

Daran ändert auch nichts, dass sich die Aktivistinnen und Aktivisten heuer einer neuen Örtlichkeit anpassen mussten. Der Seeplatz wird momentan für die Landesgartenschau geliftet, hüttengefeschtet wurde daher auf dem Platz hinter der alten Kelter. Da steht zwar, als die ersten Aufbauer eintreffen, ein Käseverkaufswagen, wo eigentlich eine Hütte hin soll. Aber – Stichwort Improvisationsvermögen – wer wären die Korber Handballer, wenn sie nicht schleunigst eine Alternative gefunden hätten? Und zwar eine ebenso praktische wie sehenswerte.

Frisch geht‘s alsbald ans Werk. Die oft geübten Handgriffe sitzen und die Aufgaben sind, ganz nach individueller Fähigkeit, klar verteilt: „Do brauchsch Fengerschbidsa-G’fühl, des mach i.“ Wobei es auch der Zupacker bedarf, bis die Hütten und die Bar, die runde, stehen. Unverzichtbar, sowohl Know-How wie Tatkraft betreffend, begegnen uns bei diesen Aufgaben die Erfahrenen unter den SC-Handballern. Einer aus der nachfolgenden Generation fasst es in einem Satz zusammen: „Onsere Alde sen Weltklasse.“

Vieler Worte bedarf es nicht, fürs aufbauerische Zusammenspiel. „Weiter links“ zum Beispiel gilt weder den Koalitionsverhandlungen noch der Taktik fürs Angriffsgeschehen beim nächsten Punktspiel. Gemeint ist viel mehr der Schirm, der aus dem Weg und damit an den dann doch rechten Platz gerückt wird. Oder, um Danny Wilde aus „Die 2“ zu zitieren: „Rück das Dings ein Stück nach links – mit einem Mal da ging’s.“

Und ja, unter den Festaufbauern kennt man sich und des Mitschaffers kleine Schwächen natürlich. „Der steht da und raucht schon wieder.“ „Ich rauch aber gar nicht.“ „Schnell, ein Foto, wie er grad nicht raucht.“ Stattdessen darf’s zur Vesperzeit ein Käswecken sein. Die liegen oben im Korb und wenn diese Schicht durchgekaut ist, gibt das Blick und Zugriff auch auf Wurstwecken frei. Zur Überraschung des einen oder anderen. „Wenn i des g‘säa hedd. Jeds ben i sadd.“

Was dem aktiven Handballer sein Harz, das ist dem munteren Malocher sein Arbeitshandschuh. Allerdings gibt’s in Zusammenhang damit ein Verwunder zu überliefern. „Akkurat“ wie es sich gehört, so schildert’s der Zeitzeuge, lagen sechs solcher Schützlinge im Werkzeugkoffer. Aber bei genauerer Betrachtung stellten sie sich als „fünf rechte und ein linker“ heraus. Immerhin gab’s mit den Beinkleidern kein Problem. Die legendäre 2017er Schaffhose jedenfalls – nur echt mit den Löchern hinten – wurde auch in diesem Jahr wieder stramm aufgetragen.

Gern überliefern lässt sich darüberhinaus manch verbaler Schabernack. „Was machsch eigendlich du die ganze Zeit? Mir zugugga?“ Das besitzt indes durchaus auch seinen pädagogischen Gehalt, wenn du mit großen Augen einen Meister – zum Beispiel den des Kabelbinders – bestaunst.

Pünktlich enden die Aufbauarbeiten und mit perfekt ist die Hütten-Gemeinschaftsleistung aus dem Hause Handballabteilung angemessen umschrieben. Eine Fortsetzung an dieser Stelle folgt, dann mit einem Bericht über das Fescht an sich.

Hüttenfescht 2018 – wir sind das Fest

Glühwein musste nachgeliefert werden – das spricht für Erfolg mit dem Angebot. Im Lauf des Abends wurden die Longdrink-Gläser knapp – auch daran lässt sich ablesen, dass der Ausschank den Geschmack des Publikums traf.

Proteste seitens der Anlieger blieben aus – am ordentlichen Benimm scheint’s folglich nicht gemangelt zu haben.

Zusammengefasst: Das Hüttenfescht am (vorübergehend) neuen Standort zeitigte den alt-gewohnten Erfolg. Oder in vier Worten: Wir sind das Fest.

Zugegeben, das Festgelände auf dem Seeplatz bietet mehr Auslauf. Hinter der alten Kelter geht’s dafür muggelicher zu. Berichtet und urteilt eine, die schon beide Örtlichkeiten befestet hat.

Über den Zulauf an Besucherinnen und Besuchern lässt sich hie wie da nicht klagen. Das Hüttenfescht hat sich längst zum Magneten für alle kältefesten Outdoor-Feierlustigen entwickelt.

Auch, weil die veranstaltenden Handballer es verstehen, kurzfristig auf die Bedürfnisse der Gäste einzugehen. „Wir erreichen heute das Publikum nicht“, hatten die Live-Musikanten vom Acoustic-Trio Lochtobel erkannt. Kein Problem: Nick und Selle sprangen als DJs in die Bresche.

Mit einem musikalischen Angebot, das sich prächtig hören ließ. Pünktlich um Mitternacht war dann Zapfenstreich.

Und im Lauf des Sonntags sorgten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer wieder für Ordnung und Sauberkeit auf dem Hinter-der-Kelter-Platz. Abends wies schon nichts mehr darauf hin, dass dort tags zuvor noch munter gefeiert worden war.

Wo 2019 Hüttengefeschtet wird – wer kann es sagen? Aber dass, das ist so sicher wieder Ball rund. Und die eine oder andere Neuerung wird’s dann auch wieder geben. Ideen gibt’s schon einige, aber die sind – psst: Überraschung – noch geheim.

Fotos: Veit und Heike – Text: Veit

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